Race-News

31.08.2015

WM-Aktuell: Almaz Ayana verhindert einmaligen Doppelsieg von Genzebe Dibaba

Almaz Ayana hat die Spitze im 5.000-m-Finale übernommen und gibt sie nicht mehr ab. Foto: www.photorun.net
Almaz Ayana hat die Spitze im 5.000-m-Finale übernommen und gibt sie nicht mehr ab. Foto: www.photorun.net

Almaz Ayana hat Genzebe Dibaba mit ihrem Triumph über 5.000 m bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht und einen geschichtsträchtigen Doppelsieg verhindert. In dem hochkarätigen äthiopischen Duell setzte sich die 23-jährige Ayana am Ende mit 14:26,83 Minuten deutlich durch und stellte einen WM-Rekord auf. Enttäuscht verschenkte Genzeba Dibaba, die zuvor die 1.500 m gewonnen hatte, auf der Zielgeraden sogar noch die Silbermedaille. Senbere Teferi fing ihre Landsfrau ab und war mit 14:44,07 Minuten vor Dibaba (14:44,14) im Ziel. Geschlagen waren in diesem letzten Langstrecken-Finale der Weltmeisterschaften von Peking auch die vier Kenianerinnen, die die Medaillenränge verpassten und stattdessen die Plätze vier bis sieben belegten. Schnellste Kenianerin war Viola Kibiwot als Vierte mit 14:46,16. Als beste Europäerin lief die Holländerin Susan Kuijken mit 15:08,00 auf Platz acht. Deutsche Läuferinnen waren über diese Strecke nicht am Start.

Ein Doppelsieg über 1.500 und 5.000 m wäre bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen einmalig gewesen in der Geschichte der Leichtathletik. Souverän hatte Genzebe Dibaba in Peking die Mittelstrecke gewonnen. Und sie galt auch über 5.000 m als Favoritin. Almaz Ayana wusste, dass sie in einer Spurtentscheidung gegen Dibaba keine Chance haben würde angesichts der Grundschnelligkeit der 1.500-m-Weltrekordlerin. So war es nicht überraschend, dass Ayana in diesem Finale die Initiative ergriff und auf Tempo setzte – in der Hoffnung, dass Dibaba in ihrem fünften Rennen bei dieser WM (Vorlauf, Halbfinale und Finale über 1.500 m sowie Vorlauf und Finale über 5.000 m) müde werden würde. Es war die einzige Chance für Ayana, und ihr Plan funktionierte.

Nach rund 2.000 Metern ging Almaz Ayana, die zurzeit über 5.000 m mit einer Zeit von 14:14,32 Minuten auch die Jahresweltbestzeit hält, an die Spitze. Genzebe Dibaba und die kenianische 5.000-m-WM-Zweite von 2013, Mercy Cherono, folgten ihr umgehend. Ayana lief nun ein Tempo von unter 2:50 Minuten pro Kilometer und wurde nicht langsamer. Cherono konnte nach 3.000 Metern nicht mehr mithalten, Dibaba verlor knapp zwei Runden später Kontakt. Zwei Runden vor Schluss hatte Ayana ihren Vorsprung auf Dibaba auf rund 50 Meter ausgebaut und ließ keinerlei Schwäche erkennen. Die neue Weltmeisterin lief die letzten 3.000 Meter in diesem Rennen in knapp unter 8:20 Minuten – das ist schneller als ihre eigene Jahresweltbestzeit von 8:22,22 Minuten und schneller als der äthiopische Rekord über diese Distanz! Ein derartiges Tempo war nach den vorausgegangenen Belastungen zu viel für Genzebe Dibaba. Sie hatte in diesem Jahr alle ihre 14 Rennen inklusive der WM-Vorläufe in Peking gewonnen – doch am Sonntag musste sich die jüngere Schwester der dreifachen Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba erstmals geschlagen geben.

Asbel Kiprop macht es spannend über 1.500 m

Der große Favorit setzte sich durch im 1.500-m-Finale, doch Asbel Kiprop machte es überraschend spannend. Zum dritten Mal in Folge gewann der Kenianer den WM-Titel, nachdem er aufgrund der nachträglichen Dopingsperre von Rashid Ramzi (Bahrain) vor kurzem auch zum Olympiasieger von Peking 2008 ernannt wurde. Am Sonntag siegte er mit 3:34,40 Minuten vor seinem Landsmann Elijah Manangoi (3:34,63) und Abdalaati Iguider (Marokko/3:34,67). Kiprop hatte sich im ersten Teil des Rennens weit hinten einsortiert, kam dann nach vorne, war jedoch in der Innenbahn eingeklemmt als es in die letzte Runde ging. Dadurch wurde es knapp für den Kenianer, der am Ende aber dennoch triumphierte.

Text: race-news-service.com

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