Teilnehmer-Portraits

Fabian Zeuke - Mit vier Jahren nahm es seinen Lauf

Wenn sein Vater lief, fuhr er mit dem Fahrrad nebenher. Kurzzeitig. Dann lief er selbst mit. Um die Häuser in Schöneberg, und er konnte gar nicht genug bekommen. 20 Minuten waren es beim ersten Mal. Das Besondere: Er war noch nicht einmal vier Jahre alt. Dann liefen Vater und Sohn zusammen. Wieder nur kurzzeitig. „Dann war er zu schnell für mich“, sagt der Vater.

Mit neun Jahren startete Fabian Zeuke bei seinem ersten Rennen, den Asics Grand 10 – mit Sondergenehmigung, weil er noch so jung war. 59:29 Minuten benötigte er damals für die zehn Kilometer, im darauffolgenden Jahr steigerte er sich pro halbem Jahr um sechs Minuten. Heute ist Fabian zwölf, hat eine Bestzeit von 42:56 Minuten über 10 km und im vergangenen Jahr den Berlin-Läuft-Cup gewonnen. Beim ersten Rennen lief der Vater mit und konnte den Sohn noch ziehen. „Beim zweiten Lauf bin ich dann schon nur noch hinterhergelaufen“, sagt Vater Peter. Nun fährt er immer mit dem Fahrrad nebenher.

Dreimal pro Woche trainiert Fabian; nach der Schule isst er, danach läuft er los. Allein, nicht im Verein. „Danach bin ich fit für die Hausaufgaben“, sagt der Sohn eines Berliners und einer Ecuadorianerin. Zehn bis zwölf Kilometer läuft er in der Regel, am Wochenende geht es auch mal in den Wald, wo er bis zu zwei Stunden unterwegs ist. Er läuft ohne Trainingsplan und größeres Fachwissen. Etwa einen Monat vor einem Rennen fügt er noch ein bisschen Intervalltraining hinzu.

Für viele seines Alters wäre das wohl schon genug der sportlichen Betätigung, er aber geht noch dazu drei- bis viermal die Woche zum Schwimmtraining im Verein, für den er ungefähr alle zwei Wochen an Wettkämpfen teilnimmt. Die perfekte Kombination seiner Sportarten wäre natürlich der Triathlon. „Dafür hat Fabian aber im Moment einfach keine Zeit“, sagt der Vater.

Und wenn er wählen müsste? „Laufen macht mehr Spaß“, sagt Fabian. Beim Schwimmen gebe es mehr Konkurrenz, da sei er guter Durchschnitt, meint der Vater. Zum Laufen muss man den jungen Berliner in der Regel nicht lange bitten. „Ich laufe eigentlich nur nicht, wenn ich krank bin“, sagt Fabian, der noch eine drei Jahre jüngere Schwester hat. Sie schwimmt lieber. Im Winter habe ihn sein Vater allerdings doch das eine oder andere Mal überreden müssen. „Er hat soviel Potential – es wäre schade, wenn das verschwendet würde“, sagt Peter Zeuke.

Danach sieht es im Moment aber wahrlich nicht aus, denn Fabian hat sich einiges vorgenommen. „Ich würde die 10 km gern unter 40 Minuten laufen“, sagt der Sechstklässler, der vielleicht mal Hubschrauberpilot werden möchte. Und wenn er älter ist, will er auch unbedingt über die Halbmarathon- und die Marathondistanzen antreten. „In New York zu starten, das wäre cool“, sagt er. Jetzt aber steht erstmal der Airport Night Run am 18. April an. Für Vater und Sohn ein gutes Training auf dem Weg nach New York.

Text: Jutta Casdorff

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